Die Renten in Deutschland werden zum 1. Juli 2007 um 0,54 Prozent erhöht. Nach drei Nullrunden ist das wieder die erste Rentenerhöhung. Damit wird die gerechte Teilhabe der Rentnerinnen und Rentner am wirtschaftlichen Aufschwung gewährleistet. Der Bundesminister für Arbeit und Soziales Franz Müntefering gab die Rentenerhöhung im ARD-Morgenmagazin bekannt:
Frage: Die Rentner beklagen sich darüber, dass sie seit drei
Jahren eine Nullrunde hinnehmen mussten und das obwohl immer neue Belastungen,
Beiträge, Gebühren und so weiter die Renten kürzen. Ist die Zeit der
Bescheidenheit für die Rentner vorbei?
Antwort: Bescheidenheit für alle ist ganz sicher nicht
vorbei. Aber ... es wird zum 1.7. dieses Jahres eine Anhebung der Renten um 0,54
Prozent geben. Das ist nicht viel, aber das ist Ausdruck der positiven
Entwicklung bei Wachstum und Löhnen im vergangenen Jahr.
Frage: ... Wenn wir uns die Einkommenszuwächse ansehen, die
es in der Wirtschaft gibt, war da nicht mehr drin?
Antwort: Nein ..., das, was bei der Rente passiert, ist die
Entsprechung dessen, was im vergangenen Jahr bei den Löhnen passiert ist. In den
vergangenen Jahren haben nicht nur die Rentner nichts obendrauf bekommen,
sondern auch die aktiv Beschäftigten, gerade die Familien mit Kindern nicht. Nun
ist im Jahr 2006 die Entwicklung so, dass auf Grund der Lohnerhöhungen und des
Zuwachses der Beschäftigten zum 1.7. dieses Jahres die Renten steigen um 0,54
Prozent. Das sind umgerechnet auf ein volles Jahr 1,2 Milliarden, die zusätzlich
an die Rentnerinnen und Rentner fließen.
Frage: 2007 sehen wir deutlich stärkere Zuwächse, auch
Lohnzuwächse von über drei Prozent. Heißt das perspektivisch gesehen, dass die
Rentner im nächsten Jahr dann auch mit deutlich mehr rechnen können?
Antwort: Das kann man erst sagen, wenn man das Ganze
hinter sich hat. Es kommt darauf an, ob mehr Menschen beschäftigt werden ... Es
kommt insgesamt immer auf die Zahl der Beschäftigten an, die wir haben ... Unser
Rentensystem stimmt an der Stelle. Wenn wir Wachstum haben, wenn Prosperität da
ist, verdienen daran die Arbeitnehmer, aber auch die Rentnerinnen und Rentner.
Insofern kann man für die kommende Zeit zuversichtlich sein.
Frage: Wenn es wirtschaftlich weiter bergauf geht, dann
können auch die Rentner auf Mehr in den nächsten Jahren hoffen?
Antwort: Wir werden uns an die geltenden Gesetze halten ...
Dann, wenn es möglich ist, werden wir die Renten erhöhen. Das hängt von der
Entwicklung der Löhne ab.
Frage: Wirtschaftlicher Aufschwung, der Vorsitzende der SPD,
Beck, hat gesagt, das ist alles nur eine Sache der SPD. Ihr gehört der
Aufschwung. Ist das nicht ein bisschen einfach?
Antwort: Man muss schon die Sache im Jahre 98, 99, 2000
beginnen. Die Steuerreform, die wir damals gemacht haben und die Agenda 2010 war
die Grundlage dafür, dass wir jetzt Prosperität in Deutschland haben. Aber diese
Regierung, die große Koalition, hat auch dazu beigetragen. Zum Beispiel mit
unserem 25 Milliarden-Programm haben wir Impulse ins Handwerk, in die kleine und
mittlere Industrie gegeben ... Auf dieser Strecke ist in den letzten vier, fünf
Jahre Gutes gemacht worden. Das hat begonnen 2003, als Gerhard Schröder den Mut
hatte, die Agenda 2010 zu beginnen. Weil das so ist, haben wir auch einen gute
Perspektive für die kommenden Jahre.